Übersicht:
CfP dvb forum 1/2026
CfP dvb forum 2/2026
Dauerhafter CfP für die Forschungsrubrik des dvb forum
CfP dvb forum 1/2026:
Beruflichkeit in den Geisteswissenschaften – Perspektiven für die Bildungs- und Berufsberatung
Hintergrund und gesellschaftliche Trends
Geisteswissenschaftliche Studiengänge stehen seit jeher unter einem besonderen gesellschaftlichen Erwartungsdruck. Studierende und Absolvent:innen sehen sich oft mit der Frage konfrontiert: „Und was kannst du damit anfangen?“ Während Natur- und Ingenieurwissenschaften mit klar umrissenen Berufsbildern verknüpft sind, erscheint die Anschlussfähigkeit geisteswissenschaftlicher Studiengänge an berufliche Felder vager und vielfältiger. Berufseinstieg und –verlauf ist bei diesen Absolvent:innen oft besonders prekär und wechselhaft.
Zugleich verändern gesellschaftliche Entwicklungen wie die Ökonomisierung von Hochschulbildung, der Wandel des Arbeitsmarktes sowie die zunehmende Bedeutung digitaler und KI-gestützter Technologien die Bedingungen, unter denen Geisteswissen-schaften studiert und praktiziert werden. Freie und kritische Forschung, persönliche Bildungsaspirationen, aber auch ökonomische und soziale Zwänge kollidieren häufig mit pragmatisch orientierten Ausbildungs- und Karrierepfaden.
Für die Bildungs- und Berufsberatung eröffnen sich damit grundlegende Fragen:
- Wie lassen sich persönliche Bildungsziele, gesellschaftliche Motive, strukturelle Arbeitsmarktdynamiken und individuelle Zukunftsentwürfe ins Gespräch bringen?
- In welchem Spannungsfeld stehen Ideale von Bildung, Wissen und Erkenntnis gegenüber Verwertungslogiken des Marktes?
- Und wie „übersetzen“ Berater:innen die Lebensentwürfe von Geisteswissen-schaftler:innen in beruflich handhabbare Konzepte?
Konkrete Beratungsaspekte
Die Berufs- und Bildungsberatung für Geisteswissenschaftler:innen betrifft nicht nur den Übergang vom Studium in Erwerbstätigkeit, sondern auch grundlegende Orientierungsprozesse:
- Geisteswissenschaftliche Studiengänge im Wandel: Welche Entwicklungen zeichnen sich aktuell in der Studienlandschaft der Geisteswissenschaften ab, insbesondere in Hinblick auf Internationalisierung, Digitalisierung und die Rolle von KI?
- Studienmotivation und Zieldefinition: Beratung zu Motivlagen (Neugier, Selbstbildung, Kritik an Wachstumslogiken, gesellschaftliche Veränderungs-wünsche vs. Karriereorientierung). Wie verändert sich die Nachfrage nach Studienplätzen in den Geisteswissenschaften – und wie reagieren Hochschulen und Beratungskontexte darauf?
- Studienbedingungen und Milieus: Wie wirken sich soziale Herkunft, ökonomisches Kapital, bildungsbezogene Ressourcen und Betreuungs-bedingungen auf die (Un-)Möglichkeit einer erfolgreichen Studienbiografie aus?
- Abschluss oder Abbruch: Welche Erfahrungen machen Studierende während des Studiums und im Übergang zur Arbeitswelt mit der Frage nach der Verwertbarkeit ihres Fachs? Welche Rolle spielt die formale Qualifikation (Bachelor, Master, Promotion, Habilitation)? Welche Perspektiven entstehen für Studienabbrecher:innen?
- Berufseinstieg und Karrierewege: Wissenschaft, Bildung, Kultur, Wirtschaft, freie Projekte – wo und wie gelingt berufliche Selbstwirksamkeit? Welche Kompromisse oder Chancen entstehen im Marktgeschehen?
- Lern- und Orientierungsräume: Inwieweit unterstützen Beratungsangebote bei der Definition von beruflichen Zielen, bei Laufbahnentscheidungen und beim Umgang mit Unsicherheiten? Wie verbinden sich individuelle Suchbewegungen im Studium mit beruflicher Selbstwirksamkeit? Welche Wege führen zu erfüllten oder weniger zufriedenstellenden Berufsbiografien?
Beiträge können empirische Studien, theoretische Reflexionen, praxisorientierte Erfahrungsberichte aus Beratungssettings oder vergleichende internationale Perspektiven umfassen.
Wir bitten um die Zusendung der Manuskripte bis zum 31.01.2026. Bitte beachten Sie unsere Hinweise für Autor:innen.
Für weitere Fragen und Informationen können Sie sich gern an die Redaktion wenden unter: forum@dvb-fachverband.de
Das Heft wird im April 2026 erscheinen.

CfP dvb forum 2/2026:
Berufliche (Neu-)Orientierung in der Lebensmitte
In der Lebensmitte befassen sich Erwachsene häufig mit der Bewertung und Neuausrichtung ihrer Lebensziele, der Bilanzierung ihrer bisherigen Karriere und dem Wunsch nach persönlicher Erfüllung. In diesem Alter treten Fragen nach der Sinnhaftigkeit der Arbeit und individuellen Entwicklung besonders in den Vordergrund. Welche beruflichen Ziele können noch erreicht werden? Damit sind Chancen auf den beruflichen Aufstieg oder eine neue Spezialisierung gemeint, aber auch eine durch Weiterbildung zu leistende Anpassung an neue Qualifikationsanforderungen, wie sie v.a. durch den technologischen Wandel hervorgerufen werden. Ebenso können grundlegend die bisherige Berufstätigkeit in Frage gestellt und Alternativen erwogen werden. Eventuell ergeben sich jetzt Chancen, einen ursprünglichen, nicht-realisierten Berufswunsch umzusetzen oder in eine Tätigkeit zu wechseln, die stärker den persönlichen Werten entspricht.
In dieser Lebensphase hat sich auch die Relation von Familie und Erwerbsarbeit verändert. Eigene Kinder benötigen weniger Betreuung, sind vielleicht sogar schon erwachsen, gleichzeitig binden mitunter Pflegeaufgaben bei den eigenen Eltern Zeit und Energie, woraus sich neue Rahmenbedingungen für berufliche Entscheidungen ergeben. Aber auch gesundheitliche Einschränkungen können bereits eine Weiterbeschäftigung im ausgeübten Beruf in Frage stellen und zu einer beruflichen Neuorientierung führen. Auch der Arbeitsmarkt zeigt sich heute offener für berufliche Neu-, Quer- und Seiteneinstiege im Erwerbsleben als noch vor einigen Jahrzehnten.
Die Zeitschrift dvb-forum lädt zur Einreichung von Beiträgen rund um die berufliche Neuorientierung im mittleren Erwachsenenalter ein. Gesucht werden Manuskripte, die die vielfältigen Auslöser, persönlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Beratungsansätze und Praxisbeispiele beleuchten. Im Fokus stehen sowohl individuelle als auch strukturelle Ursachen – von Unzufriedenheit und Sinnfragen über gesundheitliche und familiäre Veränderungen bis zu neuen Chancen durch Digitalisierung oder Arbeitsmarktwandel.
Wir freuen uns über:
- Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte aus Beratung oder Coaching sowie Best-Practice-Modelle
- Wissenschaftliche Analysen zu Motiven, Prozessen und Barrieren beruflicher Neu- und Umorientierung
- Diskussionsbeiträge zu Herausforderungen für die beraterische Praxis
- Innovative Strategien, Konzepte und Methoden in der Karriere- und Laufbahnberatung
Wir bitten um die Zusendung der Manuskripte bis zum 30.06.2026. Bitte beachten Sie unsere Hinweise für Autor:innen.
Für weitere Fragen und Informationen können Sie sich gern an die Redaktion wenden unter: forum@dvb-fachverband.de
Das Heft wird im Oktober 2026 erscheinen.

Dauerhafter Call for Papers für die Forschungsrubrik des dvb-forum
Das dvb-forum hat sich in den vergangenen Jahren als Fachzeitschrift für Bildungs- und Berufsberatung etabliert. Es erscheint halbjährlich mit einen Themenschwerpunkt, einer Methodenrubrik und der neuen Forschungsrubrik mit peer-reviewed-Artikeln. Damit möchten wir noch stärker als bisher zur Sichtbarkeit und Weiterentwicklung empirischer Forschungsergebnisse und theoretischer Beratungsansätze beitragen und gleichzeitig einen Ort des regen Austausches zwischen Beratungspraxis und interdisziplinär verfasster Beratungswissenschaft bieten.
Für die neue Forschungsrubrik suchen wir daher ganzjährig originelle Forschungsarbeiten, theoretische Abhandlungen, methodische Innovationen und Reflexionen, Fallstudien und praxisorientierte Artikel, die sich mit aktuellen Themen und Herausforderungen im facettenreichen Feld der Bildungs- und Berufsberatung, der Studienberatung und der Beruflichen Orientierung entlang des gesamten Lebenslaufs befassen (Lifelong Guidance).
Manuskripte für die Forschungsrubrik können jederzeit eingereicht werden. Es werden ausschließlich Originalbeiträge veröffentlicht, die in einem double-blind Peer-Review-Verfahren begutachtet werden. Um die freie, öffentliche Zugänglichkeit von Wissen zu fördern, besteht die Möglichkeit einer Open-Access-Publikation (zu den Konditionen von wbv Publikation).
Zu unseren Themenschwerpunkten erfolgt wie bisher jeweils ein eigener Call (s. o.).

Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge/Exposés und Ihre Manuskripte!
Das Redaktionsteam:
Prof. Dr. Ingo Blaich
Jan Kawretzke, M. A.
Prof. Dr. Philipp Nixdorf
