dvb forum 1/2023: Call for Papers

Themenschwerpunkt Inklusion

Beraterinnen und Berater in Bildung, Beruf und Beschäftigung treffen auf die unterschiedlichsten Klientinnen. Menschen verschiedener Milieus, mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen oder Kommunikationsmöglichkeiten, in verschiedenen gesundheitlichen Zuständen, mit je eigenen schulischen, fachlichen, sozialen und finanziellen Voraussetzungen, sprich: Menschen mit all ihren individuellen Merkmalen, Gewohnheiten und Besonderheiten kommen in die Beratung. Auch in Beratungseinrichtungen, die einen stärker separierenden Zugang für verschiedene Gruppen von Ratsuchenden bereitstellen (z. B. SchülerInnen, Menschen mit Behinderungen, MigrantInnen, Erwerbstätige, StudienabbrecherInnen, Ausländische Studierende, Geringqualifizierte, Führungskräfte), gibt es eine große Diversität der persönlichen Bedingungen, die von BeraterInnen oft als „Problemlagen“ oder „besondere Beratungsbedarfe“ bezeichnet werden.

Diese Diversität stellt eine hohe Herausforderung an die Professionalität der Beratenden dar. Denn die Verschiedenartigkeit des Gegenübers kann nicht nur methodisch-inhaltliche und sprachlich-kommunikative Hürden erzeugen, sie kann den/die BeraterIn an die Grenzen seiner/ihrer Fähigkeit führen, empathisch, vorurteilsfrei und selbstreflexiv zu handeln. Unbedacht zeigen viele, auch wohlmeinende, Menschen klassistische, behinderungsbezogene oder rassistische Voreingenommenheiten. Zudem erfordert eine gleichberechtigte Beratung aller KlientInnen belastbare Kenntnisse über Hilfesysteme und weitere Netzwerke, die bei Bedarf aktiviert werden können.

Unter dem normativen Begriff „Inklusion“ entstand in der sozialwissenschaftlichen Forschung zum Thema Ungleichheit die Forderung, dass gesellschaftliche Verhältnisse, die Menschen aufgrund ihrer sozialen, gesundheitlichen oder anderer Merkmale ausschließen oder ihre Teilhabe einschränken, überwunden werden sollen (z. B. Martin Kronauer). In der Praxis wird häufig v. a. die Inklusion von Menschen mit Behinderung fokussiert. Was aber heißt das im Einzelnen für die Bildungs- und Berufsberatung?

Für die kommende Ausgabe unseres Fachmagazins „dvb forum“ suchen wir Beiträge zum Thema, die folgende Fragen und Herausforderungen behandeln:

Wir freuen uns über Ihre Manuskripte, die Sie bis zum 30.09.2022 einreichen können.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Redaktionsteam (Birgit Lohmann, Jan Kawretzke, Barbara Knickrehm, Angelika Teske-Letzsch):